Freitag, 17.05.2013 • 16. Tag, 15. Etappe - 25,2 Km

Carrión de los Condes

Jakobsweg Boadillo del Camino – Carrión de los Condes

Jakobsweg Kein guter Start

Wieder erreichte ich mein Tagesziel um die Mittagszeit. Der Ort heißt Carrión de los Condes und liegt etwa 25 Km vom letzten Ort entfernt. Eigentlich hat der heutige Tag nicht so gut angefangen. Beim Start lief noch alles völlig normal, bis ich dann feststellte, dass mir mein geliebtes Halstuch fehlte.

Als ich das bemerkte, bin ich allerdings schon über einen Kilometer weiter gelaufen, also so etwa 20 Minuten. Wo könnte es sein? Normalerweise hänge ich es abends immer über den Bettrahmen. Ich hielt kurz an und untersuchte meinen Rucksack, was natürlich so auf der Strecke keinen Spaß machte, da der Boden und alles andere noch nass vom nächtlichen Regen war. Jedoch ohne Erfolg.

Also beschloss ich noch einmal zurück zu laufen, in der Hoffnung, dass es noch am Bettrahmen hing, was leider nicht der Fall war. Ich ärgerte mich sehr über meine Unachtsamkeit. In der Herberge räumte ich noch einmal meinen Rucksack aus und auch da war es nicht zu finden. Ich war richtig sauer. Es ist zwar nur ein blödes Halstuch, aber morgens ist es immer sehr frisch und da kann ich es schon gebrauchen.

Mit Wut und Ärger im Bauch trampelte los. Ich hakte das gute Stück einfach ab und beschloss in der nächsten Stadt ein Neues zu kaufen.

Jakobsweg Kastilischer Kanal

Kastilischer Kanal
Kastilischer Kanal

Nach Durchquerung des Ortes Frómista kam ich zum Kanal von Kastilien, der im 18. Jh. als Transportkanal geplant war, aber heute für die Bewässerung großer Teile der Tierra de Campos genutzt wird. Bei der Schleuse überquerte ich den Kanal und ging weiter nach Carrión de los Condes.

Jakobsweg Kein Platz in der Herberge

Warten auf ein Bett.
Warten auf ein Bett.

Da ich in der öffentlichen Herberge in Carrión de los Condes nicht mehr unter kommen konnte, habe ich mich in einem privaten Hostal dem „El Camino de Santiago” einquartiert und siehe da, als ich meinen Schlafsack ausrollte, kam mein Halstuch zum Vorschein. Somit war der Tag wieder im „grünen Bereich”.

Am Nachmittag bin ich dann eine Kleinigkeit Essen gegangen und habe mir zur Belohnung ein Weinchen dazu getrunken.

Jakobsweg Abendessen mit den holländischen Pilgern

Warten auf ein Bett.
Beim Bierchen nach dem Essen

Den Abend habe ich dann beim Essen mit den Holländern verbracht, die ich auch irgendwo auf der Strecke kennengelernt habe. Das war dann auch ein recht lustiger Abend. Später sind wir noch auf ein Bier in eine kleine Bar eingekehrt.

5 Antworten

  1. Ulrich sagt:

    Hast du eigentlich nie vorreserviert? Hab eine PDF Liste gefunden, auf der der Reihenfolge nach alle Übernachtungen mit Email Link drauf sind. Viele auch über Booking.com buchbar. Da könnte man doch morgens schon die nächse Unterkunft buchen. Wann bist du eigentlich gelaufen Jahr und Zeit?

    • Ich habe nie irgendetwas vorgebucht, bin einfach los gelaufen und würde es auch jederzeit wieder so machen. Man kann auch alles vorher fest buchen, inclusive Gepäcktransport. Wenn ich alles vorher buche, kann ich auch gleich auf Pauschalreise gehen. Auf jeder Seite ist das Datum, die Tagesetappe und die Entfernung zu sehen.

      • Ulrich sagt:

        Geht ja nicht um alles vorher buchen, sondern um 10 oder so bevor die Pilger einfallen für die nächste Nacht. Damit man kein Quartier suchen muss

        • Um 10 Uhr fallen noch keine Pilger ein, das ist meistens um die Mittagszeit. Auf der ganzen Strecke hatte ich nur zweimal volle öffentliche Herbergen und es war kein Problem eine Alternative zu finden. Ansonsten geht man einen Ort weiter, was ich auch mal gemacht habe. Ich würde mir damit nicht so viel Gedanken machen, es gibt genug Herbergen. Problem könnte die Hauptreisezeit, während der Ferien sein.

  2. Ulrich sagt:

    Ich hab gestern die Statistik gesehen, das von denen die in sjpdp loslaufen, die meisten im Juni, Oktober und Mai starten, ca. 5.000i bis 6.000 also knapp 200 am Tag. Der größte Startpunkt ist ja Sarria mit fast 30% Starter.
    Aber nachdem ich gestern erfahren habe, das das Heilige Jahr bis auf 2022 verlängert wurde, werde ich das wohl nochmal verschieben. Durch Corona 2 Jahre fast 2 Jahre keine Pilger. Und dann heiliges Jahr. ….. da wird es voll.

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