
RAW-Format bietet eine überlegene Qualität
Das RAW-Format bietet eine überlegene Qualität, bringt jedoch auch technische Herausforderungen in Bezug auf die Kamera-Performance und die langfristige Archivierung mit sich.
Auswirkung auf die Seriengeschwindigkeit
Da RAW-Dateien wesentlich größere Datenmengen enthalten als JPEGs, wird der interne Zwischenspeicher (Puffer) der Kamera schneller gefüllt.
- Das Problem: Zwar bleibt die Aufnahmegeschwindigkeit (Bilder pro Sekunde) zunächst identisch, doch sobald der Puffer voll ist, gerät die Kamera ins Stocken. Sie muss die Daten erst auf die Speicherkarte schreiben, bevor sie die nächsten Aufnahmen verarbeiten kann. Dies kann in entscheidenden Momenten zu Verzögerungen führen.
- Die Lösung: Wenn Sie auf schnelle Bildserien angewiesen sind (z. B. in der Sport- oder Wildlife-Fotografie), helfen zwei Upgrades:
- Schnellere Speicherkarten: Karten mit hohen Schreibgeschwindigkeiten (z. B. UHS-II oder CFexpress) leeren den Puffer deutlich zügiger.
- Leistungsstärkere Hardware: Profi-Kameras verfügen über größere Puffer, die speziell für lange RAW-Serien ausgelegt sind.
Proprietäre Formate und Archivierungssicherheit
Im Gegensatz zum universellen JPEG nutzen Kamerahersteller für ihre RAW-Daten meist proprietäre Formate. Das bedeutet, dass die genaue Struktur der Datei ein Firmengeheimnis ist (z. B. .CR3 bei Canon oder .NEF bei Nikon).
- Die Herausforderung: Software-Entwickler wie Adobe müssen diese Formate oft aufwendig lizenzieren oder per „Reverse Engineering“ entschlüsseln. Es besteht daher das theoretische Risiko, dass veraltete RAW-Formate in 10 oder 20 Jahren von moderner Software nicht mehr unterstützt werden könnten.
Die Lösung – Das DNG-Format: Um dieses Risiko zu umgehen, wurde mit Adobe DNG (Digital Negative) ein offenes, herstellerübergreifendes RAW-Format entwickelt. Viele Fotografen konvertieren ihre Dateien beim Import in DNG, um eine langfristige Lesbarkeit und Archivierungssicherheit zu gewährleisten.
Ein Blick in die Zukunft: Das DNG-Format
Einige Hersteller gehen bereits innovative Wege, um das Problem proprietärer Dateiformate zu lösen. So nutzt beispielsweise die Leica M9 (und viele nachfolgende Modelle) direkt das DNG-Format. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft weitere Hersteller auf dieses offene Format setzen werden, um die Kompatibilität und Archivierungssicherheit für Fotografen zu erhöhen.

