GIMP – Glaskugel drehen

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Kreative Glaskugel-Fotografie: Faszinierendes Fotografieren mit der Glaskugel
Für eine spannende optische Spielerei nutzen viele Hobbyfotografen gerne ein ganz besonderes Zubehör. Das Fotografieren mit der Glaskugel erzeugt nämlich ein absolut faszinierendes Bild im Bild. Diese gläserne Optik zieht den Blick des Betrachters folglich sofort magisch an.
Die optischen Eigenschaften der gläsernen Linse
Da eine solche Kristallkugel die physikalischen Eigenschaften einer echten Linse besitzt, bricht sie das Licht. Folglich stellt das runde Glas die fotografierte Landschaft im Inneren komplett seitenverkehrt dar. Zudem steht das Motiv in der Kugeloberfläche am Ende sogar komplett auf dem Kopf.
Während dieser optische Effekt eine sehr künstlerische Bildwirkung erzielt, spaltet er die Fotogemeinde jedoch regelmäßig. Manche Menschen lieben diese verfremdete Perspektive für ihre kreativen Landschaftsaufnahmen nämlich sehr. Andere Betrachter stören sich hingegen an der unnatürlichen Drehung des Motivs.
Künstlerischer Anspruch kontra natürliche Realität
Zudem wünschen sich viele Kritiker die Miniaturansicht lieber genau so, wie sie in der echten Natur erscheint. Das Fotografieren mit der Glaskugel erfordert daher beim Bildaufbau immer ein gutes Fingerspitzengefühl. Obwohl die Technik polarisiert, bereichert sie das eigene Portfolio auf jeden Fall um ein spannendes Experiment.
Schnelle Bildkorrektur: Ein Glaskugel-Bild umdrehen mit GIMP

Mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm GIMP änderst du die falsche Ausrichtung der Kugel im Handumdrehen. Du korrigierst den störenden Überkopf-Effekt mit nur wenigen Klicks. Im Prinzip arbeiten wir bei diesem Vorgang mit verschiedenen, übereinanderliegenden Ebenen.
Nach dem Laden deines Fotos ziehst du zuerst eine kreisrunde Auswahl exakt über die Glaskugel. Kopiere diesen markierten Bereich im Anschluss direkt in die Zwischenablage. Danach fügst du das kopierte Kreiselement sofort wieder in das aktuelle Projekt ein. Dadurch entsteht im Menü eine sogenannte schwebende Auswahl.
Diese temporäre Schicht wandelst du mit einem Rechtsklick umgehend in eine neue Bildebene um. Bei der eigentlichen Transformation spiegelst du diese neue Schicht einfach horizontal und vertikal. Zudem drehst du das Motiv bei Bedarf noch manuell in die richtige Position.
Während dieses Speichervorgangs fasst das Programm alle sichtbaren Schichten automatisch zusammen. Damit gehen die einzelnen Arbeitsschritte für spätere Korrekturen allerdings komplett verloren. Ein nachträgliches Glaskugel-Bild-Umdrehen mit GIMP ist bei diesen komprimierten Dateien nicht mehr möglich.
Dateityp wählen und Schichten richtig sichern
Danach vereinst du die getrennten Schichten ganz unkompliziert zu einer einzigen Ebene. Das fertige Werk wird im letzten Schritt schließlich als neue Grafikdatei auf deine Festplatte exportiert. Hier wählst du die gewünschte Dateiendung wie JPEG oder PNG flexibel aus.
Möchtest du das Foto eventuell später noch einmal flexibel anpassen? Da empfiehlt sich stattdessen das Sichern im hauseigenen Format XCF. In dieser speziellen Projektdatei bleiben alle Einstellungen für die Zukunft sicher erhalten.
Datei auswählen

Über [Datei > Zuletzt geöffnet] wird die Datei, die zu ändern ist, geladen. In diesem Fall wurde auf die zuletzt bearbeitete Datei zugegriffen.

Das Farbprofil kann beibehalten werden, es sei denn, dass es geändert werden muss. Dann hat man hier die Möglichkeit, das Bild in einen anderen Farbraum zu wandeln.
Elliptisches Auswahlwerkzeug
Mit dem Werkzeug [Elliptische Auswahl] lässt sich die Kugel perfekt auswählen. Der beste Start für die Auswahl ist die Kugelmitte. Mit gedrückter linker Maustaste wird die Auswahl bis zum Rand der Kugel, links und rechts gezogen.

Anschließend wird die Auswahl ebenso nach oben und unten gezogen. Jetzt sollte rund um die Kugel die Auswahl liegen. Eventuell noch etwas korrigieren.



Auswahl Weichzeichnung

Damit jetzt ein weicher Rand um die Auswahl entsteht, wird mit [Auswahl > Ausblenden] eine weiche Auswahlkante, mit einer Weite von 5 Pixeln erstellt.

5 Pixel reichen hier aus. Der Dialog wird mit [OK] abgeschlossen.
Die Auswahl kopieren und wieder einfügen

Im nächsten Schritt wird die Auswahl, also die Kugel, kopiert und anschließend über den gleichen Dialog wieder eingefügt.

Somit entsteht eine „schwebende Auswahl“, die als neue Ebene benötigt wird.

GIMP zeigt die neue ‚schwebende Auswahl‘ direkt im Ebenen-Bedienfeld an.
Die Auswahl als neue Ebene

Aus der „schwebenden Auswahl“ wird jetzt eine neue Ebene erstellt, auf der sich dann die Kugel befindet.

Auf dem schachbrettartigen Hintergrund liegt nun die Kugel auf einer neuen Ebene, wie es auf dem kleinen Bild zu sehen ist.
Ebenen transformieren
Jetzt kommt die eigentliche Aktion, also die Kugel zu spiegeln und auszurichten. Vielleicht muss sie leicht gedreht werden. Bei diesem Beispiel war es nötig, die Kugel etwas zu drehen.

Die neue Ebene ist noch selektiert und mit rechter Maustaste kann der Dialog zum Bearbeiten der Ebene geöffnet werden.
Hier wird die Transformation ausgewählt
[Ebene > Transformation]

Aus dem jetzt öffnenden Dialog wird jeweils
[ Horizontal spiegeln] und
[ Vertikal spiegeln] ausgewählt.


Über den gleichen Dialog wird die Ebene auch gedreht. Die beiden Abbildungen zeigen das Vorgehen.
Ebenen vereinen und Bild abspeichern

Jetzt ist es fast geschafft. Im nächsten Schritt werden jetzt die Ebenen zu einer Ebene nach unten vereint.
Mit der rechten Maustaste auf der Ebene mit der Kugel, wird ein Menü geöffnet, wo dann [ Nach unten vereinen] ausgewählt wird.
Jetzt gibt es nur noch eine Ebene und das Bild ist fertig bearbeitet.

Im letzten Schritt soll das Bild gespeichert werden. Dazu wird die Exportfunktion aufgerufen.
[ Datei > Exportieren als … ]
Wie schon in der Einleitung erwähnt, kann jetzt das gewünschte Dateiformat gewählt werden, wie z. B. JPEG oder PNG.
Tutorial to go
Für diejenigen, die sich gerne ein Tutorial ausdrucken möchten, habe ich ein PDF-File zum Ausdruck bereitgestellt. Hier kann es Gimp_Glaskugel_drehen heruntergeladen werden.


